Eine professionelle Website ist heute Vertriebskanal und Aushängeschild zugleich – oft der erste Eindruck, den Interessenten von Ihrem Unternehmen bekommen. Was sie kostet, hängt von Umfang, Individualität und Technik ab. Dieser Guide zeigt die üblichen Preisspannen im DACH-Raum (Stand 2026), einmalig und laufend, erklärt die Kostentreiber im Detail und zeigt, worauf ein gutes Angebot achten lässt.
Website-Kosten 2026 im Überblick
| Art der Website | Umfang | Kosten (netto) |
|---|---|---|
| Einfache Website | Wenige Unterseiten, Standard-Design, CMS | 2.000 – 4.000 € |
| Professionelle Unternehmenswebsite | Individuelles Design, mehrere Bereiche, Redaktionssystem | 5.000 – 20.000 € |
| Komplexe Website / Webanwendung | Individuelle Funktionen, Schnittstellen, Portale | 10.000 – 30.000 €+ |
Hinzu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Sicherheit von rund 50–500 € pro Monat.
Die breiten Spannen erklären sich aus dem Wort „Website“ selbst: Es reicht von der digitalen Visitenkarte bis zur Plattform mit Kundenkonten und Schnittstellen. Zwei Angebote lassen sich deshalb nur bei gleichem Leistungsumfang vergleichen. Wo genau ein Projekt landet, bestimmen Seitenzahl, Individualität des Designs, Funktionen und die Frage, ob Inhalte schon vorliegen – die folgenden Abschnitte schlüsseln das auf.
Was eine Stunde Webarbeit kostet
Fast jedes Website-Angebot lässt sich auf Stundensätze zurückführen – auch dann, wenn am Ende ein Festpreis steht. Es lohnt sich also, die Marktwerte zu kennen. Laut dem Freelancer-Kompass 2025 liegt der durchschnittliche Stundensatz von Freelancern im DACH-Raum bei rund 104 €/h, für Software- und Webentwicklung werden etwa 90 €/h ausgewiesen. Ergänzend nennt die Auswertung zum IT-Freelancer-Stundensatz 2026 einen Median um 95 €/h bei einer typischen Spanne von 80–120 €/h je nach Spezialisierung.
Agenturen liegen häufig darüber, weil im Satz mehr steckt als reine Programmierzeit: Projektleitung, Qualitätssicherung, Vertretung bei Ausfall und Gewährleistung sind eingepreist. Als grobe Orientierung – keine Festzusage:
| Rolle / Leistung | Stundensatz (Orientierung) |
|---|---|
| Web-Freelancer (Marktwert) | ca. 90 €/h |
| IT-Freelancer je nach Spezialisierung | 80 – 120 €/h |
| Etablierte Web-Agentur | 100 – 160 €/h |
| Senior / Spezialfunktion | bis ca. 180 €/h |
Rechnen Sie eine mittelgroße Unternehmenswebsite grob als Aufwand × Satz: 60–120 Stunden zu 100–140 €/h landen schnell im mittleren fünfstelligen Bereich – was die Spanne in der Übersichtstabelle erklärt. Mehr zu Stundensätzen vertieft der Guide Stundensätze für Softwareentwicklung in DACH.
CMS oder individuelle Entwicklung?
Ein Content-Management-System wie WordPress, TYPO3 oder Drupal ist ideal, wenn Sie Inhalte selbst pflegen wollen – schnell umgesetzt, flexibel und mit großem Ökosystem. Eine individuelle Entwicklung lohnt sich bei besonderen Funktionen, sehr hohen Performance- oder Sicherheitsanforderungen oder wenn die Website eng mit anderen Systemen verzahnt ist. Für viele Unternehmen ist ein CMS der beste Kompromiss aus Kosten und Flexibilität.
Der Kostenunterschied ist erheblich: Eine template-basierte CMS-Website spart in Design und Umsetzung, bindet Sie aber an das Ökosystem und dessen Updates. Eine individuelle Entwicklung kostet vorab mehr, kann dafür exakt auf Ihre Prozesse zugeschnitten werden. Weil qualifizierte Entwickler knapp sind – laut Bitkom fehlen in Deutschland rund 109.000 IT-Fachkräfte –, schlägt sich die Nachfrage auch in den Sätzen individueller Entwicklung nieder. Wer keine Sonderfunktionen braucht, fährt mit einem gut angepassten CMS meist günstiger.
Was den Preis bestimmt
- Seitenzahl und Struktur: mehr Templates und Inhalte = mehr Aufwand.
- Individuelles Design vs. Template: maßgeschneidertes Design kostet mehr, hebt Sie aber vom Wettbewerb ab.
- Funktionen: Buchung, Konfiguratoren, Mehrsprachigkeit, geschützte Bereiche oder ein Shop treiben den Preis.
- Schnittstellen: Anbindung an CRM, Newsletter-Tools, Warenwirtschaft oder Buchungssysteme ist oft der unterschätzte Aufwand.
- Barrierefreiheit: Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten seit 2025 für viele Anbieter verbindliche Anforderungen – planen Sie das von Anfang an ein.
- Inhalte: Texte und Bilder sind der häufigste Zeitfresser. Professionelle Texterstellung kostet oft 50–150 € pro Seite, Fotoshootings 500–2.000 €.
Auch hier gilt: Die Posten wirken zusammen. Eine mehrsprachige Website vervielfacht nicht nur die Übersetzung, sondern auch Pflege und Tests; ein individuelles Design zieht mehr Umsetzungsaufwand nach sich. Der größte einzelne Hebel ist meist die Individualität – zwischen einem angepassten Template und einem völlig freien Design liegen leicht mehrere tausend Euro. Wie fair welches Abrechnungsmodell dafür ist, ordnet der Guide Festpreis oder nach Aufwand? ein.
Beispielrechnung: einfache Website für ~3.000 €
Am unteren Ende der Skala steht die kompakte Unternehmensseite mit wenigen Unterseiten auf CMS-Basis und angepasstem Template. So verteilt sich ein Budget von rund 3.000 € grob auf die Gewerke:
| Position | Anteil | Grobe Summe |
|---|---|---|
| Konzept & Struktur | ca. 15 % | ~450 € |
| Design (Template-Anpassung) | ca. 25 % | ~750 € |
| Umsetzung & CMS-Integration | ca. 45 % | ~1.350 € |
| Inhalte einpflegen & Tests | ca. 15 % | ~450 € |
Der Unterschied zur größeren Unternehmenswebsite unten liegt vor allem im Design: Statt eines völlig freien Entwurfs wird ein bewährtes Template an Ihre Marke angepasst. Das spart deutlich, setzt aber voraus, dass Ihre Ansprüche an Individualität überschaubar sind und Sie die Inhalte selbst liefern.
Beispielrechnung: Unternehmenswebsite für ~10.000 €
So verteilt sich das Budget einer typischen mittelgroßen Unternehmenswebsite mit individuellem Design und Redaktionssystem grob auf die Gewerke:
| Position | Anteil | Grobe Summe |
|---|---|---|
| Konzept, Struktur & UX | ca. 15 % | ~1.500 € |
| Individuelles Design | ca. 25 % | ~2.500 € |
| Umsetzung & CMS-Integration | ca. 40 % | ~4.000 € |
| Inhalte, SEO-Setup & Tests | ca. 20 % | ~2.000 € |
Fehlen Ihnen fertige Texte und Bilder, kommt dieser Posten obendrauf: professionelle Texterstellung kostet oft 50–150 € pro Seite, ein Fotoshooting 500–2.000 €. Wer Inhalte selbst liefert, spart hier spürbar – sollte dafür aber realistisch interne Zeit einplanen. Bei einem angenommenen Mischsatz von rund 120 €/h entspricht das Budget grob 80 Arbeitsstunden – ein guter Prüfstein, um ein Angebot auf Plausibilität abzuklopfen.
Laufende Kosten realistisch kalkulieren
Die einmalige Erstellung ist nur ein Teil. Rechnen Sie zusätzlich mit:
- Hosting & Domain: von wenigen Euro bis über 100 € im Monat, je nach Anspruch.
- Wartung & Sicherheit: Updates, Backups, Monitoring – wichtig, gerade bei CMS-Systemen.
- SEO-Betreuung: laufende Suchmaschinenoptimierung mit Keyword-Recherche, Content und Monitoring liegt erfahrungsgemäß bei 500–2.000 € pro Monat und ist eine eigene Leistung.
Zur besseren Planbarkeit eine grobe Jahreshochrechnung – als Orientierung, nicht als Festzusage:
| Posten | Pro Monat | Pro Jahr (grob) |
|---|---|---|
| Hosting & Domain | 5 – 100 € | ~60 – 1.200 € |
| Wartung, Updates & Sicherheit | 50 – 300 € | ~600 – 3.600 € |
| SEO-Betreuung (optional) | 500 – 2.000 € | ~6.000 – 24.000 € |
Schon ohne SEO-Betreuung summieren sich Hosting und Pflege über ein Jahr schnell auf einen vierstelligen Betrag – planen Sie sie von Anfang an ein, statt sie als Nachgedanken zu behandeln. Wer Wartung und Sicherheit spart, riskiert bei CMS-Systemen gehackte oder veraltete Seiten, deren Reparatur am Ende teurer ist als die laufende Pflege.
So sparen Sie bei den Website-Kosten
Auch hier gilt: klug sparen, nicht an der Substanz. Diese Hebel senken den Preis, ohne die Website zu schwächen:
- Inhalte selbst liefern: Texte und Bilder sind der größte Zeitfresser – wer sie vorbereitet bereitstellt, spart den teuersten variablen Posten.
- Template statt Freiform-Design: Ein professionell angepasstes Template genügt vielen Unternehmen und kostet deutlich weniger als ein völlig individuelles Design.
- Redaktionssystem nutzen: Mit einem CMS pflegen Sie spätere Änderungen selbst, statt jede Kleinigkeit zu beauftragen.
- Scope scharf abgrenzen: Klare Seitenzahl und Funktionsliste statt Pauschale – so zahlen Sie nur für das, was Sie brauchen.
- In Ausbaustufen denken: Erst die Kernseiten live, Zusatzfunktionen später ergänzen, wenn sie sich als nötig erweisen.
- Nicht am Fundament sparen: Technisches SEO, mobile Optimierung und Ladezeit sind Investitionen, keine Kürzungskandidaten – hier zu sparen kostet später Sichtbarkeit und Umsatz.
- Für die reine Visitenkarte den Baukasten prüfen: Bei minimalem Anspruch kann ein Baukasten reichen – die Abwägung vertieft der Guide Agentur oder Baukasten?
Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Ein seriöses Angebot enthält ein technisches SEO-Fundament (schnelle Ladezeiten, saubere Struktur, mobile Optimierung), ein wartbares System und klare Regelungen zur Pflege. Fragen Sie, ob Sie Inhalte später selbst ändern können, wem die Zugänge und der Quellcode gehören und wie Support und Wartung geregelt sind. Ein auffällig niedriger Preis ist selten ein Schnäppchen – meist fehlen dann genau die Posten, die eine Website langfristig tragfähig machen.
Checkliste: Das gehört in ein gutes Angebot
- Klarer Leistungsumfang (Seitenzahl, Templates, Funktionen) statt Pauschale.
- Responsives Design für Smartphone, Tablet und Desktop – heute selbstverständlich.
- Technisches SEO-Fundament und messbare Ladezeiten.
- Barrierefreiheit nach BFSG, wo verpflichtend.
- Redaktionssystem, mit dem Sie Inhalte selbst pflegen können.
- Eigentum an Quellcode, Domain und allen Zugängen.
- Vereinbarung zu Wartung, Updates und Reaktionszeiten.
- Transparente laufende Kosten (Hosting, Pflege, optional SEO).
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Website-Projekt?
Eine überschaubare Website ist oft in 2–4 Wochen fertig, eine umfangreiche Unternehmenswebsite mit individuellem Design in 2–4 Monaten. Häufigster Zeitfresser ist die Zulieferung von Texten und Bildern.
Warum sind die Preisunterschiede so groß?
Weil „Website“ von der Ein-Seiten-Visitenkarte bis zur komplexen Plattform reicht. Vergleichen Sie Angebote immer bei gleichem Leistungsumfang – ein sehr günstiger Preis geht oft zulasten von Individualität, SEO oder Wartung. Als Faustregel hilft die Rechnung Aufwand × Stundensatz: Bei Web-Sätzen um 90–140 €/h (Orientierung) lässt sich ein Angebot schnell auf Plausibilität prüfen.
Baukasten (Wix, Jimdo) oder Agentur?
Für eine einfache Visitenkarten-Website kann ein Baukasten ausreichen und günstig sein. Sobald individuelles Design, saubere SEO, besondere Funktionen oder Schnittstellen gefragt sind, zahlt sich eine Agentur aus. Die Abwägung vertieft der Guide Agentur oder Baukasten?
Ist SEO im Website-Preis enthalten?
Ein technisches SEO-Fundament gehört zu jeder professionellen Umsetzung. Laufende SEO-Betreuung mit Keyword-Recherche, Content und Monitoring ist eine separate Leistung (erfahrungsgemäß 500–2.000 € pro Monat).
Was kostet eine Website mit Onlineshop?
Ein Shop ist mehr als eine Website: Produktverwaltung, Zahlung, Versand und Steuerlogik kommen hinzu. Die Preise beginnen daher meist höher als bei einer reinen Unternehmenswebsite. Details im Guide Shopify-Shop erstellen lassen: Kosten und bei den E-Commerce-Agenturen.
Wem gehört die Website nach dem Projekt?
Lassen Sie sich Quellcode, Domain und alle Zugänge (Hosting, CMS, Analytics) vertraglich sichern. Nur so bleiben Sie unabhängig und können die Website später auch von einer anderen Agentur pflegen lassen. Worauf sonst noch zu achten ist, zeigt Die richtige Agentur auswählen.
Was bedeutet die Barrierefreiheit nach BFSG für die Kosten?
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gelten seit 2025 für viele Anbieter verbindliche Anforderungen. Von Anfang an eingeplant, verursacht Barrierefreiheit überschaubaren Mehraufwand; nachträglich umgesetzt wird sie deutlich teurer. Klären Sie früh, ob Ihr Vorhaben betroffen ist.
Wie oft sollte eine Website erneuert werden?
Technik und Design altern unterschiedlich schnell. Als grobe Orientierung steht nach einigen Jahren ein größeres Update oder Relaunch an – laufende Pflege verlängert die Lebensdauer aber deutlich und verteilt die Kosten. Eine gut gewartete Seite hält länger frisch als eine, die nach dem Launch liegen bleibt.
Passende Agentur finden: Vergleichen Sie geprüfte Webentwicklung-Agenturen in der DACH-Region, etwa in Berlin oder Wien. Für Online-Shops lohnt der Blick auf E-Commerce-Agenturen und den Guide Shopify-Shop erstellen lassen: Kosten. Unsicher, ob Agentur oder Freelancer? Das klärt Agentur oder Freelancer?
Schlagwörter
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Quellen
- Freelancer-Kompass 2025 – Marktstudie — freelancermap
- IT-Freelancer Stundensatz 2026 — freelancermap
- In Deutschland fehlen mehr als 100.000 IT-Fachkräfte (Bitkom, 2025) — Bitkom
Redaktion
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